DENKEN

Die DABEC Methode

 

 
 

 
Vor einiger Zeit habe ich ein kurzes aber wirklich spannendes Interview mit dem genialen Querdenker Van Bo Le-Menzel gesehen. In diesem Interview sagt er, dass er der Meinung ist, dass das Leben nicht in einer gleichförmigen Abfolge in Form von "A-B-C-D-E" verläuft, sondern, dass das Leben in der Regel keiner wirklichen Gleichförmigkeit folgt. Und ich finde, dass Van Bo Le-Menzel mit dieser Aussage, wie so häufig, vollkommen Recht hat.
 

 
Genau wie Van Bo, dachte auch ich, als ich jünger war, dass das Leben einer relativ geraden Linie folgen würde. In Form von "A-B-C-D-E". Doch immer dann, wenn im Leben plötzlich das "E" anstelle des "B"s kommt, gerät unser Leben, wie man so schön sagt, aus den Fugen. Weil wir es gewohnt sind, dass auf den Morgen, der Mittag folgt. In Wahrheit aber verläuft das Leben jedoch nicht nach diesem "A-B-C-D-E" Prinzip. In Wahrheit verläuft das Leben eher so:
 

 
 

 
Ich muss immer wieder an einen Fernsehbeitrag von Stern TV denken, in dem die Familie Ritter porträtiert wird. Diese Familie gehört der gesellschaftlichen Unterschicht an. In dem Beitrag von Stern TV gibt es eine Szene, in der einer der Brüder, mit einer Bierflasche in der Hand, so etwas sagt wie „Ich habe mein Leben nicht auf die Reihe bekommen.“ So wie ich es verstanden habe, hat dieser junge Mann seine Ausbildung abgebrochen (oder hat erst gar keine angefangen) und macht am Tag nichts weiter als zu saufen und herum zu hängen. Was ich an diesem Szenario so gravierend finde, ist, dass dieser Mensch, der von sich selbst sagt, er hätte alle Chancen im Leben verpasst, gerade einmal 21 Jahre jung ist.
 

 
 

 
Im Grunde genommen könnte auch ich nun ebenso argumentieren wie er. Ich bin Ende 30 und könnte ebenfalls behaupten, ich hätte alle Chancen in meinem Leben verpasst. Ich hätte bis 30 dieses und jenes erreichen müssen. Ich hätte vielleicht doch besser BWL studieren sollen und ich hätte schon vor 10 Jahren meinen Youtube Kanal starten sollen. Immerhin ist meine 30er Deadline bereits abgelaufen. Der Witz an der Sache ist aber doch, dass ich schon jetzt weiss, was ich mit 50 sagen werde. Mit 50 werde ich sagen, dass ich mit 40 hätte meinen Youtube Kanal starten sollen.
 

 
Wenn man mit nur 21 Jahren über sich selbst sagt, man hätte alle Chancen in seinem Leben verpasst, dann ist diese These meiner Meinung nach vollkommen hirnrissig. Genauso hirnrissig ist jedoch auch die Behauptung, die Deadline würde bei 30 enden. Wahrscheinlich wird man auch mit 70 noch so etwas sagen wie „Hätte ich das doch mal mit 60 gestartet.“ Ich denke die Aussage, man hätte seine Chancen in seinem Leben verpasst, ist im Grunde genommen nichts weiter als eine faule Ausrede. Eine Ausrede, um auch weiterhin in seinem Faulsein und Nichtstun ausharren zu können.
 

 
 

 
Als Grundlage für diese und ähnliche Aussagen dient in der Regel die Illusion davon, dass das Leben in der genannten "A-B-C-D-E" Reihenfolge verlaufen würde. In Wahrheit aber tut das Leben dies nicht. Es ist sehr einfach zu sagen, dass Leben sei aus den Fugen geraten und man hätte alle Chancen verpasst, wenn plötzlich nicht das "B", sondern ein anderer Buchstabe kommt.
 

 
 

 
 

 
Ich denke, wenn ich mir klar mache, dass das Leben nicht in dieser gleichförmigen Reihenfolge verläuft, dann bin ich umso mehr dazu in der Lage, die Chancen die sich auftun zu ergreifen. Und das finde ich gut. Ich finde es gut, dass das Leben nicht nach dem A-B-C-D-E-Muster verläuft. Sondern, dass es wirr, wild und chaotisch ist.